06.6 Faule Pause
Seit knapp einem Monat hat sich hier nichts mehr getan. Ich mach weiter faule Pause. Ich bau das NichtKonzept im Kopf gerade mal wieder um.
Seit knapp einem Monat hat sich hier nichts mehr getan. Ich mach weiter faule Pause. Ich bau das NichtKonzept im Kopf gerade mal wieder um.
Ja was, guckt nicht so wie jenes Seevogeltier droben. Bin endlich mal wieder mit beiden Kameras unterwegs gewesen.
Der Traum scheint war zu werden. Ein neuer Machete Trailer wurde gestern veröffentlicht (auf welche mysteriösen Wegen auch immer). Die Sprüche, Blut, Steven Seagal, Explosionen, Robert DeNiro, Michelle Rodriguez mit fetten Knarren, Lindsay und Lohan als schießwütige Nonne und vor allem Jessica Alba unter der Dusche. Der Film kann ja nur funktionieren!
Einleitung:
Es sind die Situationen im Alltag, in denen man die Umgebung abschalten möchte, für die ich mich auf die Suche nach neuen Kopf- bzw. Ohrhörern begeben habe. Ich sitze viel in der Bibliothek und will mich auf meine Arbeit konzentrieren und nicht darauf was die Marie mit Dr. Schnackels hat. Genauso wenig will ich wissen, was der Anzugträger hinter mir seinem Geschäftspartner am Telefon erzählt oder warum die ältere Dame drei Reihen vor mir in diesem Zug sitzt. Ihr Schwiegersohn mag ja wirklich gute Muffins backen. Kriterium 1 war also: Sehr gute Schallisolation, eine geschlossene Bauform.
Schallisolation bringt mich zum zweiten Punkt, der Klangqualität, die aus mehr besteht, als dumpfen Bässen die einem den Kopf wegblasen und schrillem Zischen in den Höhen. Mit guter Schallisolation kann ich die Musik leiser hören und trotzdem mehr Details erkennen, diese Details müssen die Ohrhörer aber auch sauber darstellen können.
Für In-Ears und gegen Kopfhörer entschied ich mich diesmal einerseits wegen der kompakten Packmaße, andererseits aufgrund des deutlich besseren Tragekomforts für Brillenträger. Bauart bedingt pressen effektiv isolierende Kopfhörer mit sehr hohem Druck gegen die Ohren, so dass es unvermeidlich zu schmerzhaften Konflikten mit den Brillenbügeln kommt. Ausnahme bilden solche Hörer, die die Ohren komplett umschließen, die sind aber leider etwas unpraktisch im mobilen Alltag.
Blieb die Frage nach dem Preis. Ich entschied mich für Ausgaben bis maximal 100€.
Am Ende setzen sich die Etymotics hf5 gegen eine Reihe von Konkurrenten durch und befinden sich mittlerweile seit drei Wochen in Benutzung
Der Lieferumfang der Etymotic’s hf5 beinhaltet eine kleine praktische Transporttasche, die ein Nebenfach für das Zubehör aufweist. Hier können folgende Teile Platz finden, die neben der Anleitung den restlichen Lieferumfang bilden:
Der erste Eindruck von den In-Ears machte deutlich, dass es den Designern hier vor allem um Schlichtheit und Understatement ging. Anders als viele Konkurrenten, zeichnen sich die Ohrhörer durch das Fehlen jeglicher Zierelemente aus. Sogar auf eine Beschriftung mit dem Herstellernamen wurde verzichtet. Lediglich die üblichen Zeichen für rechten und linken In-Ear sind aufgedruckt.
Klang:
Gleich zu Anfang, wer In-Ears niedriger Preisklasse gewohnt ist, wird das Klangbild der hf5 Anfangs wahrscheinlich als dünn bezeichnen. Grund hierfür ist, dass kein Klangbereich bevorzugt wird. Die meisten In-Ears puschen aber gerade den Bassbereich sehr stark. Wer also auf jene brutale Bass-Power steht, sollte sich nach Alternativen umschauen.
Das heißt nicht, dass es keine Bässe gibt. Eigentlich bekommt man sogar mehr auf die Ohren. Dank der hochwertigen Treiber, sind die verschiedenen Tonlagen auch im Tiefbassbereich klar zu differenzieren und kommen nicht als unklarer Bassmatsch am Trommelfell an. Gleiches gilt für die mittleren Tonlagen und die höhen. Ich habe bereits Meinungen gelesen, die die hf5 als schrill bezeichneten. Zu erklären ist dies hierdurch, dass in Höhen Töne zu hören sind, die der unbedarfte Hörer von seiner bekannten Musik gar nicht kannte. Die oft verwendeten minderwertigen Kopfhörer, konnten diese schlicht nicht darstellen.
Dies geht so weit, dass einem keine schlechte Quellenqualität verziehen wird. Man hat dann das Gefühl, richtig zu hören, was MP3s mit niedriger Datenrate alles an Musikdetails geklaut wurde. Ich habe es mehrmals erlebt, dass ich aufgeschreckt bin, weil ich dachte um mich herum passiert etwas, dabei waren es Klänge aus den Tracks, die ich vorher nicht kannte, bzw. nie so realistisch wahrgenommen habe. Am besten beschreibt man die Klangqualität also mit Naturgetreu.
Die Klangqualität ist, Bauart bedingt, extrem abhängig vom Sitz der In-Ears. Die Bauart nutzt den, durch die Stöpsel nach außen abgedichteten, Raum im Hörkanal um die Töne zu generieren. Wählt man die falschen Aufsätze, wirkt der Sound so klein und dünn wie die In-Ears selbst sind.
Tragekomfort und Isolierung:
Komfort und Klangqualität gehen durch den richtigen Sitz Hand in Hand. Auffällig ist bei den hf5 vor allem, dass sie weiter in den Gehörgang hinein ragen als die meisten In-Ears. Dies gilt vor allem für die Tri-Flange-Aufsätze. Das ist gewöhnungsbedürftig, fördert aber die sicherlich die sehr guten Isolierungseigenschaften.
Am besten isolieren die Foam-Aufsätze. Schaumstoff-Aufsätze, die man vor dem Einsetzen in die Ohren zwischen den Finger zusammenrollt. Sobald sie im Ohr sind, dehnen sie sich aus und dichten perfekt ab. Einige Nutzer empfinden den dadurch entstehenden Druck auf die Gehörgangswände bei längerem Tragen als unangenehm, ich kann dies nicht nachempfinden. Die Isolierung ist genial und die In-Ears ragen hiermit auch nicht so weit in den Gehörgang rein. Optisch sicherlich die gewöhnungsbedürftigste Variante, ist sie funktionell die beste.
Die Tri-Flange-Silicion-Aufsätze isolieren auch sehr gut, wenn auch nicht so gut wie die Foamies. Hier muss man als erstes die für einen passende Größe herausfinden. Sie ragen SEHR weit in den Gehörgang hinein. Manch einer könnte hier das Gefühl bekommen, gleich ans Trommelfell zu stoßen.
Mod: Ich habe hier einen Tipp aus einem amerikanischen Forum beherzigt und aus den Tri-Flanges Double-Flanges gemacht. Einfach den vordersten, kleinsten Isolierring abgeschnitten und schon saßen die Aufsätze bei mir besser und gingen nicht mehr so weit in den Gehörgang hinein.
Unerwähnt kann außerdem nicht bleiben, dass die In-Ears, wie die meisten anderen Vertreter dieser Bauart empfindlich sich sind für Kabelgeräusche. Ein Reiben an Kanten, Reissverschlüssen etc. überträgt sich direkt auf die Ohren. Hier habe ich aber auch schon andere Modelle gehört, bei denen dies weit schlimmer ausfällt. Zum Sport oder ähnlichem sollte man diese In-Ears aufgrund ihrer Isolationseigenschaften sowieso nicht tragen.
Fazit:
Wer sich für die Etymotic’s hf5 entscheidet, bekommt Spezialisten die ihrem Gebiet eine sehr gute Entscheidung sind. Man bekommt In-Ears, die einem neue Töne in den Lieblingstracks offenbaren und einen die Umgebung vergessen lassen.Wer aber In-Ears mit viel Bassboost oder für den Sport sucht, ist hier falsch.
Für iPhone-Nutzer gibt es die Etymotics hf2, die baugleich sind, zusätzlich aber noch über ein Fernbedienung mit integriertem Mikrofon am Kabel verfügen und somit als Headset genutzt werden können
Disclaimer:
Dieser Erfahrungsbericht ist von einem relativen Laien auf dem Gebiet der In-Ears und HiFi-Geräte verfasst worden. Er richtet sich also vor allem an den Durchschnittsleser. Ein HiFi-Nerd würde an die In-Ears wahrscheinlich andere Maßstäbe ansetzen und man würde sich nur darüber einig sein, dass Budget-Kopfhörer in aller Regel Bassbrei produzieren.