Das “Armutsmodell” steht nicht für die Armseligkeit Kurzstrecken im Auto zurückzulegen, sondern dafür, dass in armen Städten mehr Auto gefahren wird! Diese interessante These stammt von Heiner Monheim, er ist Professor für Raumentwicklung. Am 07.01.2010 erschien bei news.de ein Interview mit ihm. Themen sind der heutige öffentliche und individuelle Verkehr, wie andere Staaten und Städte es besser machen und warum Deutschland mal wieder in eine Sackgasse manövriert (wird). Jetzt folgen erstmal einige Thesen von Herrn Monheim zum anheizen.
“Es gibt Städte, die haben viel weniger Autoverkehr, meistens sind die Leute dort überdurchschnittlich klug und überdurchschnittlich reich. Das Auto ist ein Armutsmodell. New York hat ganz wenige Autos, Universitätsstädte haben wenige Autos. Das Ruhrgebiet hat viele Autos, das Saarland hat viele Autos. Je dümmer die Regionen sind, desto mehr Autobahnen und Autos. Das ist traurig, aber wahr, weil Beton das Hirn ziemlich vernebelt, und in den meisten politischen Gehirnen ist noch ganz viel Beton verarbeitet. Sie müssen warten, bis das Betonhirn ausgestorben ist, das ist die Tragik.”
“[...] der BMW hat 45.000 Euro gekostet. Dafür kann man sich zehn Jahre lang eine Bahncard 100 leisten.” Wohlgemerkt sind beim BMW KEINERLEI laufende Kosten mit drin.
“Diese neue Verkehrswelt, von der ich träume, hat mehr Arbeitsplätze als die alte. Komfortabler öffentlicher Nahverkehr, Leihfahrradsysteme, für das in Paris allein 4000 neue Arbeitsplätze geschaffen wurden.”
Man kann jetzt sagen, dass seien populistische Behauptungen, die nicht zu halten sind. Da schlage ich doch einfach mal vor, gleich das ganze Interview drüben bei news.de zu lesen!
Auf das Interview machten mich die Jungs von der Rad-Spannerei aufmerksam.
In der Mensa am Schloss war heute von 12-14 Uhr Mittagsschlaf angesagt. Den Hochschulinformationstag nutzen 15-20 Studierende aus, um im Foyer der Mensa auf den Bildungsstreik aufmerksam zu machen. Unter den Slogans ”Nur ein wacher Student ist ein guter Student” und “Schlafen gegen den Leistungsdruck” legten sie sich zur besten Besuchszeit der Mensa schlafen.
Heute fand in Osnabrück im Rahmen des Bildungsstreiks eine Demonstration von Schülern, Studenten und Unterstützern statt. Die Schätzungen der Teilnehmerzahlen gehen stark auseinander, während die Organisatoren über Twitter von 1500-2000 Teilnehmer zwitscherten, schnappte ich während der Demo aus Polizeikreisen 3000 Teilnehmer auf. Die Route der Demo verlief vom Schloss über die Seminarstrasse und Johannisstrasse am Marienhospital vorbei zur Möserstrasse. Diesem Strassenverlauf folgte der Demozug bis zum Domplatz, um von dort den Rathausplatz zu erreichen. Hier fand eine Abschlusskundgebung statt bevor die Demo offiziell aufgelöst wurde. Ein Teil der Demonstranten zog danach noch durch die Krahn- und Große Strasse.
Ich zeige hier einen Ausschnitt der entstandenen Fotos, alle Fotos in höherer Auflösung findet ihr auf Flickr.
Sollte jemand Probleme mit der Veröffentlichung einer der Fotografien haben, melde er sich bitte bei mir!
Oh Johnny! Da hat der Häusler aber was losgetreten, als er heute den Beitrag Every generation needs a soundtrack auf Spreeblick veröffentlicht hat. 96 Kommentare und alle wissen, was DER Soundtrack dieser Generation ist, in der wir uns tummeln. Dann ging es zum Beispiel bei indigoidian weiter, was den Johnny wiederum bewegt(e). Jedenfalls bewegt sich da gerade etwas durch die Gegend. Die Rede ist von MGMT-Generation, Generation ohne Soundtrack, Aufsplittung der Generation in viel zu viele heterogene Matschsorten. Ja, dass stimmt alles auch irgendwie.
Ich habe mit die Mühe gemacht aus den Kommentaren des Ursprungsposts eine 38 Tracks umfassende Youtube-Playlist zu erstellen. Die ist so was von verdammt heterogen, dass der elektronische Einschlag fast nicht auffällt. Und es auch nicht auffällt, dass die Playlist eher für den aktuellen Sommer/Herbst steht, als denn für eine ganze Generation. Egal, ich zeig euch hier jetzt noch mal ein paar persönliche Outtakes, sehr feierlastig. Übrigens geht es bei dem Thema auch immer um Demo-Musik für die Strasse.
Das Motto der Bildungsstreik-Demos nächste Woche wird also sein: “Wir feiern auch ohne Geld und Bildung” oder “Wer braucht noch Bildung, feiern kann man in dieser Generation (leider) besser!”
Ich werde die Playlist versuchen aktuell zu halten, wenn sich was in den Kommentaren bei Spreeblick tut.